P wie Partizipation

Partizipation ist eine wichtige Methode, um eine aktive Beteiligung der jungen Generation zu unterstützen. Bereits in der Vergangenheit spielte sie in der Tschechischen Republik eine wichtige Rolle, allerdings hat gerade das politische System der Nachkriegszeit zu ihrer positiven Entwicklung nicht beigetragen.

Das erste deutsch-tschechische Jugendtreffen, bei dem u. a. über das Thema „Partizipation von Jugendlichen in der Politik“ diskutiert wurde, fand im September 1996 in Polička (CZ) in Anwesenheit der damaligen Staatspräsidenten Václav Havel und Roman Herzog statt.

Für die tschechische Jugendpolitik ist das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport verantwortlich, dem eine Jugendabteilung untergeordnet ist. Außerdem gibt es eine „Jugendkammer“ (Komora mládeže), ein Beratungsgremium des Ministeriums und das Nationale Institut für Weiterbildung (Národního institut pro další vzdělávání, NIDV). Seit 2014 gibt es das EU-Förderprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport Erasmus+, das vom Haus für internationale Zusammenarbeit (Dům zahraniční spolupráce, DZS) verwaltet wird.  

Die Interessen der jungen Menschen vertritt der Tschechische Kinder- und Jugendrat (Česká rada dětí a mládeže, ČRDM), der zu den wichtigen Partnern des Ministeriums gehört. Eine bedeutende Rolle spielt außerdem das politisch unabhängige Nationale Kinder- und Jugendparlament (Národní parlament dětí a mládeže, NPDM) unter dem Projekt „Partizipation“ bei der Organisation Duha.

Einzelne Regionen und die Kommunen haben für den Jugendbereich auch eigene Finanzmittel. Neben der staatlichen Förderung der Jugendbeteiligung gibt es verschiedene Stiftungen (z. B. von O2, Vodafone und ČEZ), die Beteiligungsprojekte und Aktivitäten von Jugendlichen unterstützen. Interesse zeigen junge Tschechen/-innen z. B. an Partizipationsmöglichkeiten wie den Freiwilligendiensten und in der nicht-formellen Bildung. Allerdings gibt es noch Entwicklungspotenzial, um die Jugendlichen zur Beteiligung zu motivieren und das Thema „Partizipation“ intensiver zu diskutieren.

Mehr zum Thema einschließlich Praxisbeispiele und Literaturtipps:
www.jugendfuereuropa.de (à Publikationen à Thema „Partizipation junger Menschen an Politik und Gesellschaft“ à Publikation „Partizipation junger Menschen“, S. 204)

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