Internationaler Austausch muss selbstverständlich werden! - Ergebnisse der Konferenz „Austausch macht Schule“ am 29./30. September 2015

Wenn junge Menschen für eine Zeit ins Ausland gehen, lernen sie sich selbst, eine neue Sprache und eine andere Kultur besser kennen. Doch die Chancen auf einen internationalen Austausch sind bisher ungleich verteilt. Wie lässt sich erreichen, dass internationaler Austausch für junge Menschen zum selbstverständlichen Teil der schulischen Bildung wird? Mit dieser und weiteren Fragen befassten sich rund 160 Expertinnen und Experten aus Bildung, Verwaltung, Politik sowie aus Jugendarbeit und Zivilgesellschaft während der zweiten Dialogkonferenz „Austausch macht Schule“ am 29. und 30. September in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung.

Der stark vermehrte Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland gibt dem Thema eine neue Brisanz: Die deutsche Gesellschaft verändert sich und ist aufgefordert, sich stärker international zu öffnen und eine enorme Integrationsleistung zu vollbringen: Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Lehr- und Fachkräfte, die internationale Erfahrungen in einem besonderen pädagogischen Rahmen machen, werden dadurch oftmals offener, toleranter und denken und handeln diversitätsbewusster.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch-Stiftung, Udo Michallik, Generalsekretär der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder und Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als Ergebnisse der Debatten präsentierten Experten und Teilnehmer folgende Vorschläge:

• Internationaler Austausch darf keine Eliteveranstaltung bleiben, sondern muss sich neuen Zielgruppen öffnen. Haupt-, Berufs- und Realschülerinnen und -schüler, Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sind im internationalen Austausch bisher deutlich unterrepräsentiert.

• Der Weg in die Zukunft braucht Bündnisse von Partnern in allen Bereichen der schulischen und außerschulischen Bildung. Die Initiative „Austausch macht Schule“ ist die Plattform für die Vernetzung der Akteure, die verstetigt und ausgebaut werden soll.

• Auch die jungen Menschen selbst sollen die Austauschprogramme aktiv gestalten und als Botschafterinnen und Botschafter für  internationale Programme wirken. Gleichzeitig soll die Internationalisierung in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern verankert werden.

• Um dies zu erreichen, sind eine bessere finanzielle Unterstützung und qualitative Rahmenbedingungen unabdingbar. Eine erfolgreiche Zukunft des internationalen Austauschs kann nur gelingen mit Engagement, Überzeugung und Professionalität!

Auch nach Ende der Konferenz werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Netzwerk „Austausch macht Schule“ weiter ausbauen, um die gesetzten Ziele gemeinsam zu verfolgen. Brunhild Kurth, sächsische Staatsministerin für Kultus und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, gab in ihrer Abschlussrede die Zusage, dass sie die Ergebnisse in die Kultusministerkonferenz weitergeben und dort zur Diskussion stellen würde.

„Austausch macht Schule“ ist eine Gemeinschaftsinitiative von: 

ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, Deutsch-Französisches Jugendwerk, Deutsch-Polnisches Jugendwerk, IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., Pädagogischer Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch. Weitere Informationen: www.austausch-macht-schule.de oder Twitter (@schulaustausch).