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N  wie Nationalhymne

Am 21. Dezember 1834 wurde Fidlovačka (Das Schusterfest) von Josef Kajetán Tyl im Ständetheater in Prag uraufgeführt. Das Volksstück wurde von 20 Liedern begleitet, die Musik stammte von František Škroup, damals ein bekannter Komponist. Eines der Lieder war Kde domov můj („Wo ist meine Heimat“), das zunächst in einer Liedersammlung veröffentlich wurde und mehr und mehr als Heimatlied ins Bewusstsein der Bevölkerung drang. Gerade in diese Zeit fällt auch die Phase der „nationalen Wiedergeburt“ der Tschechen, wozu ein derartiges Lied noch dazu in tschechischer Sprache sehr gut passte.

Das Heimatlied verwandelte sich allmählich in eine Art Nationalhymne, die zu besonderen Anlässen gesungen wurde, bis Kde domov můj schließlich 1920 Teil der offiziellen Nationalhymne der Tschechoslowakei wurde (gefolgt von der slowakischen Hymne Nad Tatrou sa blýska).

 

Kde domov můj?  

Kde domov můj? 

Voda hučí po lučinách,

bory šumí po skalinách,

v sadě skví se jara květ,

zemský ráj to na pohled;

a to je ta krásná země,

země česká, domov můj!

země česká, domov můj!

Wo ist meine Heimat?

Wo ist meine Heimat?

Das Wasser braust auf den Wiesen,

Wälder rauschen auf den Felsen,

im Garten strahlt des Frühlings Blüte,

es ist das irdische Paradies fürs Auge;

und das ist das schöne Land,

das tschechische Land, meine Heimat!

Das tschechische Land, meine Heimat!

                                                                                                

Seit 1993 ist Kde domov můj die Nationalhymne der Tschechischen Republik.

 

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