Artikel Header Image

E  wie Essen & Trinken

Essen
Tschechische Gerichte erinnern an die bayerische und österreichische Küche und lassen sich mit den Worten „deftig“, „lauwarm“ und „nicht scharf“ beschreiben. Typische Gerichte sind Schweinebraten mit Knödel und Kraut („vepřo-knedlo-zelo“) sowie das klassische Sonntagsessen svíčková (Lendenbraten mit einer raffinierten Soße und Preiselbeeren). Die meisten Gerichte beinhalten viel Soße und kaum frisches Gemüse. Zu beachten ist, dass die Beilagen (příloha) in Restaurants gesondert bestellt werden müssen. Zu den populärsten Beilagen zählen Semmelknödel (houskové knedlíky) und Kartoffelknödel (bramborové knedlíky).

Die Auswahl an vegetarischen Gerichten ist von Restaurant zu Restaurant unterschiedlich. Der vegetarische Klassiker, den es in fast jedem Restaurant gibt, ist panierter und frittierter Käse (smažený sýr), den man mit Tatarsauce (tatarská omáčka, eine Art Remoulade) isst. Von den Fischgerichten ist besonders die panierte Forelle (smažený pstruh) zu empfehlen. Als Vorspeise eignet sich z. B. Knoblauchsuppe (česnečka).

In Bars gibt es zu Bier oder Wein kleine Snacks wie eingelegten Weißschimmelkäse (nakládaný hermelín) oder utopenci („Ertrunkene“, sauer eingelegte Würstchen).

Sehr günstig kann man in Mensen (menza) und Kantinen (jídelna) essen, oft bieten auch Schul- oder Betriebsküchen Essen für externe Gäste an. Jedoch muss man nicht selten im Voraus bestellen. Am besten erkundigt man sich bei Einheimischen, wo sie zu Mittag essen. Auch Restaurants bieten mittags ein komplettes Menü an, oft zu sehr günstigen Preisen (ca. 80 Kč).

Palačinky (Pfannkuchen) und medovník (Honigkuchen) sind typische Süßspeisen in Tschechien. Tatranky (Schokoriegel) und Oblaten mit verschiedenen Füllungen sind ebenfalls beliebt und eignen sich auch als Mitbringsel. Kurz angewärmtschmecken die Oblaten besonders lecker.

Zur Weihnachtszeit oder auch bei Hochzeiten kommt man bei tschechischen Freunden nicht selten in den Genuss von Unmengen selbstgemachter leckerer cukroví (Kekse / Plätzchen) und dorty (Torten).

 

Trinken
Tschech/-innen gelten im Allgemeinen als trinkfreudig und -fest. Für Bierliebhaber/-innen herrschen in Tschechien paradiesische Zustände. Nicht zuletzt durch seine lange Tradition zählt das tschechische Bier zu den besten weltweit. Sehr bekannt sind das Pilsner Urquell aus Pilsen und das Budweiser Budvar aus České Budějovice. Typisch in tschechischen Kneipen und Restaurants sind auch Gambrinus, Staropramen, Radegast und Kozel. Wer gerne Wein trinkt, wird vor allem in Mähren den einen oder anderen guten Tropfen entdecken.

Typisch für Tschechien ist Becherovka, ein Kräuterbitterschnaps. Das bekannteste Mixgetränk mit Becherovka ist der sogenannte beton (aus Becherovka und Tonic). Ebenfalls beliebt ist Fernet (auch mit Zitrone oder Orange), in Mähren trinkt man sehr gerne slivovice, ein Obstbrand aus Pflaumen. Im Winter ist horká griotka (heiße Edelkirsche) zu empfehlen – das ideale Skihüttengetränk. An nichtalkoholischen Getränken gibt es Kofola, die tschechische Alternative zu Coca Cola, mit etwas weniger Zucker und Kohlensäure, dafür würziger, oder die slowakische Vinea, eine Traubenlimonade.

Das Trinkgeld sollte bei keinem Restaurant- oder Café-Besuch vergessen werden, da Kellner/-innen in Tschechien noch mehr darauf angewiesen sind als in Deutschland. Der Stundenlohn in tschechischen Restaurants oder Cafés beträgt z.B. in Prag nur rund drei Euro. Daher ist ein Trinkgeld von zehn bis fünfzehn Prozent angemessen. Und dem deutschen Geldbeutel tut es bei einem Kaffee für einen Euro nicht weh, ein angemessenes Trinkgeld zu geben.

zurück zur Übersicht